Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit steht heute mehr denn je im Spannungsfeld von Innovation, technologischer Transformation und Nachhaltigkeit. Dekarbonisierung, Energiewende und Klimaschutz stellen Unternehmen vor tiefgreifende Veränderungen. Gleichzeitig eröffnet die Transformation der Industrie erhebliche Chancen: Sie treibt eine nachhaltige Energieversorgung voran, stärkt technologische Innovationskraft und schafft neue wirtschaftliche Perspektiven für Unternehmen und Standorte.
Als wissenschaftliches Leitevent des Innovationsnetzwerks NEFI – New Energy for Industry findet die vierte NEFI Konferenz unter dem Motto „Future Industry – Innovating for Competitiveness“ statt. Ziel der Konferenz ist es, aktuelle Forschungsergebnisse, technologische Entwicklungen und strategische Ansätze zur industriellen Transformation zu präsentieren und zu diskutieren.
Transformation, Energiewende und Klimawandel sind nicht ausschließlich technische Herausforderungen. Auch ökonomische, gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen müssen aktiv gestaltet werden. Umso wichtiger ist es, zentrale Akteurinnen und Akteure aus Industrie, Forschung, Politik und Verwaltung zusammenzubringen, um Wissen zu bündeln, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze zu entwickeln.
Die NEFI-Konferenz bietet eine Plattform für:
Die Konferenz beleuchtet zentrale Transformationspfade einer klimaneutralen Industrie, darunter:
Im Fokus stehen praxisnahe Lösungsansätze für eine klimaneutrale und wettbewerbsfähige Industrie sowie internationale Perspektiven zur industriellen Transformation.
Die Konferenz richtet sich an:
Weitere Informationen zu Programm, Call for Papers und Anmeldung folgen in Kürze.
Das Innovationsnetzwerk NEFI – New Energy for Industry – konzentriert sich auf wesentliche technologische und systemische Innovationen sowie Demonstrationsprojekte, um die Transformation der Industrie hin zu Klimaneutralität und langfristiger Wettbewerbsfähigkeit zu beschleunigen. Die Realisierung eines klimaneutralen industriellen Energiesystems erfordert ein ganzheitliches Systemdesign, das technologische, wirtschaftliche und regulatorische Dimensionen ebenso integriert wie sektorübergreifende Wechselwirkungen im Energiesystem. Obwohl dieses Vorhaben komplex ist, bietet es zugleich eine strategische Chance, industrielle Energieinfrastruktur neu zu gestalten, resiliente Wertschöpfungsketten zu stärken und neue nachhaltige industrielle Wertschöpfungspfade zu entwickeln. Die Klimaneutralität hängt maßgeblich von heutigen Entscheidungen hinsichtlich Energieinfrastruktur, Systemintegration und Ressourcenallokation ab.
Die NEFI Konferenz 2026 zielt darauf ab, die neuesten Forschungs- und Innovationsaktivitäten im Bereich der klimaneutralen Industrie zu präsentieren, mit besonderem Fokus auf skalierbare Technologien, Systemintegration, Digitalisierung sowie die Entwicklung resilienter und nachhaltiger Produktions- und Energiesysteme. Einreichungen sollten neue Erkenntnisse, fortschrittliche Methoden, praxisnahe Umsetzungsstrategien und interdisziplinäre Ansätze hervorheben, welche die Transformation industrieller Energiesysteme unterstützen. Entsprechend sollten die Beiträge einen oder mehrere der folgenden Themenbereiche adressieren.
Die Kreislaufwirtschaft bietet ein erhebliches Potenzial im Kontext der industriellen Transformation. Dies umfasst nicht nur das Recycling oder die Wiederverwendung von Materialien, sondern auch die Neugestaltung von Produkten, Prozessen und Wertschöpfungsketten zur Steigerung von Ressourceneffizienz, Resilienz und strategischer Autonomie. Ein lebenszyklusorientierter Ansatz, einschließlich Design for Circularity und Safe and Sustainable by Design, gewinnt zunehmend an Bedeutung für industrielle Innovationen. Neben der Wiederverwendung und Nutzung von Abfällen als Ressource sind insbesondere das Recycling von Kunststoffen, Batterien und weiteren Energietechnologiekomponenten sowie neue zirkuläre Geschäftsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen zentrale Themen zur Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus tragen zirkuläre Strategien zur Entwicklung neuer Wertschöpfungsketten, zur Verringerung der Abhängigkeit von Primärrohstoffimporten und zur Diversifizierung hochwertiger industrieller Produkte bei.
Carbon Capture, Utilisation and Storage (CCUS) umfasst alle zentralen Schritte entlang der CO₂-Wertschöpfungskette und bildet die technologische Grundlage für die gezielte Abscheidung, Nutzung oder dauerhafte Speicherung von CO₂, insbesondere in hard-to-abate Sektoren. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Transport- und Speicherinfrastrukturen für CO₂, einschließlich grenzüberschreitender Infrastrukturplanung und Systemintegration. Die Steigerung der Energie- und Prozesseffizienz entlang der gesamten CCUS-Wertschöpfungskette sowie die Entwicklung CO₂-basierter Wertschöpfungspfade und industrieller Carbon-Management-Strategien zählen zu den zentralen Forschungsprioritäten, um ökologische Wirksamkeit, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit zu vereinen.
CO₂-neutrale Gase und Wasserstoff stellen zentrale Themenschwerpunkte für Forschung und Entwicklung im Rahmen der industriellen Energiewende dar. Wichtige Forschungsfelder umfassen die Produktion, Systemintegration, Skalierung und industrielle Anwendung von erneuerbarem Wasserstoff und anderen klimaneutralen Gasen sowie die Entwicklung diversifizierter Gasportfolios für unterschiedliche industrielle Anwendungsfälle. Weiterer Forschungsbedarf besteht beim Ausbau und der Optimierung von Transport- und Speicherinfrastrukturen, um Systemzuverlässigkeit, Flexibilität und grenzüberschreitende Interoperabilität sicherzustellen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Sektorkopplung durch Wasserstoff, einschließlich Speicherintegration, sowie der Kopplung der Sektoren Energie, Industrie, Mobilität und Wärme. Darüber hinaus stellen wasserstoffbasierte Wertschöpfungsketten, Importstrategien, Versorgungssicherheit und Zertifizierungssysteme (z. B. Herkunftsnachweise) wesentliche Entwicklungsfelder im Zusammenspiel mit sich weiterentwickelnden regulatorischen Rahmenbedingungen dar.
Die Transformation industrieller Energiesysteme definiert mehrere zentrale Forschungsfelder. Eine Schlüsselpriorität ist die Integration erneuerbarer Energien in industrielle Prozesse, die eine Anpassung von Produktionssystemen, hybride Energieversorgungskonzepte und ein intelligentes Energiemanagement erfordert. Dies steht in engem Zusammenhang mit der Flexibilisierung von Energieversorgungsstrukturen, Speicherlösungen und digitalen Steuerungssystemen zur Erhöhung von Resilienz, Effizienz und Betriebssicherheit. Ein weiteres wichtiges Feld ist die Elektrifizierung industrieller Prozesswärme, einschließlich des Einsatzes von Wärmepumpen, Power-to-Heat-Technologien und der Elektrifizierung von Industrieöfen. Fortschritte in der Leistungselektronik, Netzintegration und hocheffizienten Umwandlungstechnologien sowie die Neugestaltung von Produktionsprozessen hin zu elektrifizierter und CO₂-armer Wertschöpfung stellen zentrale Forschungsbereiche dar. Die Elektrifizierung ermöglicht zudem neue Produktpfade und stärkt inländische industrielle Wertschöpfungsketten auf Basis erneuerbarer Energien.
Innovationen im Bereich der Flexibilisierung sind entscheidend für die Transformation der Industrie und die Integration fluktuierender erneuerbarer Energien. Ein zentraler Aspekt ist die Identifikation und Quantifizierung realisierbarer Demand-Side-Flexibilitätspotenziale, die vom Gesamtsystem der Industrie bis hin zu einzelnen Prozessen reichen und durch datengetriebenes Energiemanagement sowie Digitalisierung unterstützt werden. Dies erfordert fortschrittliche Prognose- und Optimierungsmethoden sowie Instrumente, die eine Echtzeitunterstützung bei Entscheidungen bieten. Darüber hinaus konzentriert sich die Forschung auf adaptive Regelungsmechanismen sowie die Integration von Speichertechnologien und Multi-Energieträgersystemen. Weitere Forschungsschwerpunkte umfassen die markt- bzw. netzdienliche Bereitstellung von Flexibilität, die Teilnahme an Energiemärkten sowie die Rolle von Flexibilität in resilienten und wettbewerbsfähigen industriellen Wertschöpfungsketten. Techno-ökonomische Bewertungen, Systemmodellierung und strategische Planung bleiben wesentliche Bestandteile der Forschung im Bereich der industriellen Flexibilisierung.
Der Fokus der Forschung zur industriellen Symbiose liegt auf der Identifikation und Quantifizierung energie- und materialbasierter Synergiepotenziale zwischen industriellen Akteuren. Dazu gehört die Analyse von Möglichkeiten zum sektorübergreifenden Ressourcenaustausch, zur Nutzung von Abwärme, zur Verwertung von Nebenprodukten sowie zur gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen. Ein weiteres zentrales Thema ist die Balance zwischen ökologischen und ökonomischen Vorteilen, um sicherzustellen, dass symbiotische Lösungen sowohl ökologisch wirksam als auch wirtschaftlich tragfähig in realen industriellen Kontexten sind. Darüber hinaus stellt die Entwicklung regionaler und sektorübergreifender industrieller Ökosysteme ein wichtiges Forschungsfeld dar. Industrielle Symbiose trägt zudem zur Schaffung neuer resilienter Wertschöpfungsketten, zur Reduktion von Lieferkettenrisiken und zur Diversifizierung industrieller Produktionsstrukturen bei. Der Einsatz KI-gestützter Datenerhebung, digitaler Plattformen und fortschrittlicher Analysemethoden spielt eine zentrale Rolle bei der systematischen Identifikation, Bewertung und Skalierung von Potenzialen der industriellen Symbiose.
Zur Erreichung der industriellen Klimaneutralität ist es entscheidend, auch nicht-technologische Bereiche zu adressieren, einschließlich regulatorischer, rechtlicher und politischer Rahmenbedingungen, die die industrielle Transformation im europäischen und internationalen Kontext ermöglichen und beschleunigen. Dieser Themenbereich umfasst die Gestaltung von Energiemärkten, Infrastrukturpolitik und Governance-Strukturen für die industrielle Transformation. Ebenso enthalten sind aktuelle Entwicklungen in den Bereichen CO₂- Management, Wasserstoffpolitik und Strategien zur industriellen Transformation. Darüber hinaus beinhaltet dieses Feld innovative Finanzierungsmechanismen, Förderinstrumente und Geschäftsmodelle, die die Implementierung, Skalierung und Marktdurchdringung von Net-Zero-Technologien in der Industrie unterstützen. Weitere zentrale Aspekte sind regulatorische Unterstützung für neue Wertschöpfungsketten, zirkuläre Geschäftsmodelle, strategische Industriepolitik sowie Rahmenbedingungen zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und nachhaltiger Wertschöpfung in Österreich und Europa.
Die teilnahmeberechtigten Einreichungen werden anhand ihrer Gesamtbewertung, ihrer wissenschaftlichen Qualität, ihrer Originalität und ihrer Relevanz für die Konferenzthemen bewertet. Die endgültige Entscheidung trifft das Programmkomitee.
Wir laden Fachleute aus Forschung und Industrie ein, sich mit Beiträgen über ihre neuen Erkenntnisse, innovativen Methoden und praktischen Lösungen zur Förderung klimaneutraler industrieller Energiesysteme zu beteiligen. Gestalten Sie mit uns die Zukunft der Industrie – für eine nachhaltige Wertschöpfung und eine starke Wettbewerbsposition Österreichs!
Der NEFI Young Scientist Award (YSA) würdigt die herausragenden wissenschaftlichen Beiträge junger Wissenschaftler*innen, die auf der NEFI-Konferenz 2026 vorgestellt werden.
Die Einreichungen sollten den folgenden Richtlinien entsprechen:
Entsprechend sollten die Beiträge einen oder mehrere der folgenden Themenbereiche adressieren.
Bitte beachten Sie, dass sich alle Einreichenden für die NEFI-Konferenz registrieren müssen.
Wir freuen uns auf Ihre Beiträge und darauf, gemeinsam klimaneutrale industrielle Energiesysteme voranzubringen.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an unser Konferenzteam unter neficonference@unileoben.ac.at.