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Kooperationen als Schlüssel zur Wärmewende: Erfolgreicher Future Heat Highway Workshop in Linz

von Oxana Schmidt

Rund 60 Expert*innen aus Industrie, Energieversorgung, Forschung und Verwaltung diskutierten am 18. Juni 2026 in Linz über die Potenziale industrieller Abwärme und die Bedeutung unternehmensübergreifender Kooperationen für eine klimaneutrale Wärmeversorgung.

Wie kann industrielle Abwärme effizient genutzt und in bestehende Wärmenetze integriert werden? Welche rechtlichen, technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind dabei zu berücksichtigen? Und welche Erfolgsfaktoren sind entscheidend, damit Kooperationen zwischen Industrie und Energieversorgern gelingen?

Diesen Fragestellungen widmete sich der Future Heat Highway Workshop, der im Rahmen des gleichnamigen NEFI-Projekts im OÖNachrichten Forum in Linz stattfand. Organisiert von Business Upper Austria bot die Veranstaltung eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Energieversorgern und öffentlichen Institutionen.

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Simon Moser (Energieinstitut an der JKU) mit einer Einführung zu den Potenzialen überbetrieblicher Kooperationen für die Nutzung industrieller Abwärme. Marie-Theres Holzleitner-Senck (Energieinstitut an der JKU) erläuterte die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III), während Christoph Kolmer (Amt der Oö. Landesregierung) die Schnittstellen zwischen Abwärmenutzung und Wasserrecht beleuchtete.

Praxisnahe Einblicke boten mehrere erfolgreiche Anwendungsbeispiele. Besonders im Fokus stand das Projekt HEATLINK, das aus dem Future Heat Highway-Projekt hervorgegangen ist. Gemeinsam zeigten Stefanie Hagemann (LAT Nitrogen) und Simon Glaser (LINZ AG), wie industrielle Abwärme künftig in das Linzer Fernwärmenetz integriert werden kann. Weitere Praxisbeispiele präsentierten Günter Hochrathner (Smurfit Westrock Nettingsdorf AG & Co KG) zur Fernwärmeversorgung in Nettingsdorf sowie Jakob Lugmayr (Bernegger GmbH), der die Potenziale industrieller Abwärmenutzung im Rohstoffpark Enns vorstellte.

Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf dem interaktiven Workshop. Gemeinsam analysierten die Teilnehmenden typische Herausforderungen beim Aufbau von Kooperationen und Konsortien. Dabei wurde deutlich, dass neben der technischen Machbarkeit vor allem klare Verantwortlichkeiten, transparente Kommunikation und stabile organisatorische Strukturen entscheidend für den langfristigen Erfolg gemeinsamer Wärmelösungen sind.

Der Future Heat Highway Workshop zeigte eindrucksvoll das große Potenzial sektorübergreifender Kooperationen für die Wärmewende. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die erfolgreiche Nutzung industrieller Abwärme nur durch das enge Zusammenspiel von Industrie, Energieversorgung, Forschung und öffentlicher Verwaltung gelingen kann. Der intensive Austausch sowie die zahlreichen Praxisbeispiele lieferten wertvolle Impulse für zukünftige Projekte und stärkten den Dialog zwischen den unterschiedlichen Akteuren.

Über Future Heat Highway
Das NEFI-Projekt Future Heat Highway entwickelt Konzepte für die sektorübergreifende Nutzung industrieller Abwärme und deren Integration in regionale Wärmenetze. Ziel ist es, durch neue Kooperationsmodelle und innovative Technologien die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu beschleunigen.