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© AIT/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger

NEFI-Konferenz 2026: Industrielle Transformation als Chance

von Oxana Schmidt

200 Expert:innen, aus 14 Länder diskutierten in Wien über Innovationen und Rahmenbedingungen für eine klimaneutrale, wettbewerbsfähige Industrie.

Wie wird die industrielle Transformation zum Wettbewerbsvorteil? Unter dem Motto „Future Industry – Innovating for Competitiveness“ brachte die vierte NEFI-Konferenz am 22. und 23. Oktober rund 200 Vertreter:innen aus Industrie, Forschung und Politik aus 14 Ländern im MuseumsQuartier Wien zusammen. In 13 thematischen Sessions mit rund 80 wissenschaftlichen Beiträgen stand die Umsetzung im Mittelpunkt: Technologien skalieren, Rahmenbedingungen stärken, Investitionen ermöglichen.

„Die industrielle Transformation ist kein Selbstzweck – sie ist Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit einer Wirtschaft im Wandel hin zur Klimaneutralität“, sagte Bernhard Gahleitner, NEFI-Verbundkoordinator am AIT. „Mit dem präsentierten NEFI Impact Report machen wir transparent, welchen Beitrag unsere 55 Projekte für Klima, Wirtschaft und Resilienz leisten – und wo die nächsten Hebel liegen.“

Impulse aus Wissenschaft, Industrie und Infrastruktur

  • Keynotes: Stefan Lechtenböhmer (Universität Kassel), Mercedes Maroto-Valer (Heriot-Watt University/IDRIC), Alexander Sauer (Universität Stuttgart/Fraunhofer IPA) und Christian Wallner (KELAG) beleuchteten technologische und systemische Erfolgsfaktoren – vom Prozessdesign bis zur Energieinfrastruktur.
  • Podium: Martin Graf (Energie Steiermark), Thomas Kienberger (Montanuniversität Leoben), Stephan Laiminger (INNIO Jenbacher), Judith Neyer (Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus) und Urban Peyker (Klima- und Energiefonds) diskutierten die zentralen Hebel für Tempo und Skalierung.

Zentrales Fazit: Österreichische Unternehmen können durch eine klimafitte Industrie internationale Wettbewerbsfähigkeit ausbauen – wenn stabile politische Rahmen, gezielte F&E-Förderung sowie Demonstrations- und Investitionsprojekte die Brücke in die Praxis schließen. Förderinstrumente wurden als entscheidender Umsetzungshebel hervorgehoben.

Virtual Industry Lab feierlich eröffnet

Bereits am Vorabend zeigte NEFI, wie Digitalisierung die Umsetzung beschleunigt: Das NEFI Virtual Industry Lab (VIL) wurde als XR-Showroom und Tool-Hub eröffnet. Die vom AIT entwickelten immersiven Erlebnisse und digitalen Werkzeuge unterstützen Unternehmen bei der Planung nachhaltiger Energie- und Ressourcensysteme. Anwendungsbeispiele aus Ziegel-, Pharma- und Papierindustrie verdeutlichten, wie Visualisierung und Optimierung Investitionssicherheit schaffen.

Nachwuchs im Rampenlicht: Young Scientist Award 2026

Wegen der hohen Qualität der Einreichungen wurden zwei erste Plätze und ein dritter Platz vergeben:

  • 1. Platz: Maria Berchiche, Mines Paris–PSL (Frankreich) – „Planning CO₂ Infrastructure for Industrial Decarbonisation: A Spatial Approach to Network Deployment Across Europe.“
  • 1. Platz: Susanne Hochmeister, Montanuniversität Leoben – „Decentralised CO₂ Sinks Based on Mineral Carbonation in Austria: Results from the Project DeCarbStore.“
  • 3. Platz: Michael Schüngel, Universität Kassel (Deutschland) – „EU Petrochemical Industry Pathways: Carbon Management and Circular Economy in a Cross-Sectoral Perspective.“

Die Auszeichnungen werden von INNIO, Kelag-Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft und OMV unterstützt.

„Innovation entscheidet über die industrielle Wettbewerbsfähigkeit von morgen“, betonte Thomas Kienberger. In 13 Sessions wurden dazu die zentralen Pfade diskutiert: Elektrifizierung und Effizienz, Flexibilisierung, erneuerbare Gase, CCU/S, Kreislaufwirtschaft und industrielle Symbiose – mit klarem Fokus auf Skalierung in realen Betrieben.

Weitere Informationen und Rückfragen: www.nefi.at

Link Fotos der Konferenz

APA-Presseaussendung

Konferenz Proceedings (auf Englisch)