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Rückblick: NEFI Technology Talk Net Zero Industry Day

von Oxana Schmidt

 

Wie gelingt der Weg zu einer klimaneutralen Industrie – und welche Kompetenzen braucht es für die Umsetzung? Diese Fragen standen am 21. September 2026 beim NEFI Technology Talk „Net Zero Industry Day“ an der Montanuniversität Leoben im Mittelpunkt. 46 Teilnehmende aus Industrie, Forschung und Weiterbildung tauschten sich über technologische Lösungen, betriebliche Herausforderungen und passende Qualifizierungsangebote aus.

Von der Forschung in die industrielle Anwendung

Nach der Begrüßung durch Helmut Antrekowitsch, Vizerektor für Forschung und Nachhaltigkeit an der Montanuniversität Leoben, stellte Claire Cance vom Klima- und Energiefonds die Ausschreibung 2026 der FTI-Initiative für die Transformation der Industrie vor. Sie fördert Forschungs- und Demonstrationsvorhaben, die klimaneutrale Technologien und Systemlösungen der industriellen Anwendung näherbringen sollen. Die NEFI Innovation Hubs können Unternehmen und Forschungspartner*innen bereits bei der Entwicklung von Projektideen unterstützen.

Net Zero braucht mehr als Technologie

In seiner Keynote zeigte Gernot Emmert von Magna, dass technische Lösungen allein noch keine erfolgreiche Transformation sichern. Für die Umsetzung im Betrieb sind ebenso belastbare Daten, klare Zuständigkeiten, geeignete Prozesse und qualifizierte Mitarbeitende nötig. Sein zentraler Gedanke: Industrie und Wissenschaft müssen gemeinsam lernen und Verbesserungen Schritt für Schritt in die Praxis bringen.

Marlene Kienberger von der TU Graz beleuchtete anschließend das Potenzial der biobasierten Industrie. An Beispielen aus Bioraffinerien sowie der Zellstoff- und Papierproduktion erläuterte sie Möglichkeiten zur Elektrifizierung und zur Nutzung biogener Rohstoffe und CO₂-Ströme. Zugleich machte sie deutlich, dass effiziente Prozesse, Energiebedarf und geeignete Infrastruktur für die Umsetzung entscheidend sind.

Qualifizierung für die industrielle Transformation

Ernst Kreuzer von der TU Graz und Thomas Kienberger von der Montanuniversität Leoben stellten die GreetA-Ausbildungsangebote und das NEFI-Innovationsnetzwerk vor. Sie zeigten, wie Qualifizierungswege an den Anforderungen der Industrie ausgerichtet werden können. Am Beispiel des Projekts CIDEAL zeigten sie, wie projektorientiertes Lernen mit Themen wie Kreislaufwirtschaft, industriellen Kohlenstoffkreisläufen und Energiesystemen durch modulare Weiterbildungsangebote verbunden werden kann.

Acht Pitches – vielfältige Ansätze für die Praxis

In kurzen Pitches stellten Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Projekte und Perspektiven vor. Die Themen reichten von Energiespeichern über Energieeffizienz und Recycling bis zu Flexibilität und Beteiligungsprozessen:

  • Felix Kogelek von Magna präsentierte einen Ansatz zu Batteriespeichern.
  • Mario Liegl von Treibacher stellte die Luftvorwärmung für eine Recyclinganlage zur Einsparung von Erdgas vor.
  • Martin Hoeffernig präsentierte das Thema Material Management.
  • Stefan Obermoser von voestalpine sprach über die Dekarbonisierung industrieller Gebäude und der Hallenheizung.
  • Christian Engel von Armacell stellte Recyclingoptionen für werkseitig vorgedämmte flexible Kunststoffrohre vor.
  • Christof Wernbacher von AT&S präsentierte Ansätze zur Flexibilität der AT&S-Energiesysteme.
  • Petra Sleziakova von der Montanuniversität Leoben erläuterte den NEFI Innovationskreislauf.
  • Volker Visotschnig von BK Business Konsens zeigte, wie Entscheidungs- und Beteiligungsprozesse bewusst gestaltet und moderiert werden können.

Beim anschließenden Marktplatz mit Posterpräsentationen konnten die Teilnehmenden die Gespräche vertiefen und Kontakte knüpfen. Ein herzlicher Dank gilt Bernhard Puttinger vom Green Tech Valley Cluster, der die Verpflegung während der Veranstaltung und den kulinarischen Ausklang ermöglicht hat.

Fazit: Der Net Zero Industry Day zeigte, wie eng technologische Entwicklung und Qualifizierung zusammenhängen. Damit klimaneutrale Lösungen in Industriebetrieben ankommen, braucht es Forschung und Demonstration ebenso wie Menschen, die neue Prozesse planen, betreiben und weiterentwickeln können.

Die Präsentationen der Referent*innen stehen hier in Kürze zum Download bereit.