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Die industrielle Transformation hin zu Klimaneutralität erfordert weit mehr als Effizienzsteigerungen. Flexibilität, Digitalisierung und intelligente Systeme sind zentrale Voraussetzungen, um auf volatile Märkte, neue regulatorische Rahmenbedingungen und steigende Anforderungen an Nachhaltigkeit reagieren zu können. Der NEFI Technology Talk „Smart, Digital, Flexibel“ Mitte Januar 2026 widmete sich genau diesen Fragestellungen und brachte Industrie, Forschung und Technologieentwicklung in einen intensiven Austausch.
Nach der Begrüßung und der Vorstellung von NEFI – New Energy for Industry sowie des Innovation Hubs „Flexibilisierung“ durch Kerstin Pfleger-Schopf (Montanuniversität Leoben) wurde die Rolle von NEFI als innovationsgetriebenes Netzwerk für die industrielle Transformation deutlich: Unternehmen und Forschungspartner*innen arbeiten gemeinsam an Lösungen für eine ressourcenschonende und klimafreundliche Industrie.
Der Technology Talk wurde gemeinsam von den Hub-Co-Leads Tara Esterl und Kerstin Pfleger-Schopf konzipiert und bot einen klar strukturierten Rahmen für fachlichen Austausch und Diskussion. Durch die Moderation von Tara Esterl wurden die inhaltlichen Schwerpunkte gezielt aufgegriffen und die Verbindung zwischen Praxis, Forschung und strategischen Fragestellungen hergestellt.
Einen wichtigen inhaltlichen Rahmen setzte anschließend Claire Cance (Klima- und Energiefonds) mit der Vorstellung der FTI-Initiative für die Transformation der Industrie, die Fördermöglichkeiten für zukunftsweisende Projekte aufzeigte.
Kurz und kompakt gaben die Pitch-Vorträge Einblicke in konkrete Anwendungen und laufende Projekte. Vorgestellt wurden unter anderem:
Die Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie technologische Innovation, Digitalisierung und Flexibilität zusammenspielen können, um industrielle Prozesse zukunftsfähig zu gestalten.
Neue regulatorische Entwicklungen eröffnen zusätzliche Spielräume für Flexibilität im Strommarkt. Insbesondere das ELWG wurde als möglicher Rahmen für neue – auch standortübergreifende – Speicher- und Flexibilitätskonzepte diskutiert. Flexibilität und Redispatch entwickeln sich zunehmend zu wirtschaftlich relevanten Faktoren: Unternehmen, die flexibel agieren können, werden zu aktiven Systempartnern und erschließen neue Erlöspotenziale.
Ein zentrales Ergebnis dieses Workshops war die Erkenntnis, dass Digitalisierung ohne verlässliche, zeitlich aufgelöste Prozessdaten kaum wirksam ist. Herausforderungen bestehen insbesondere bei Datenverfügbarkeit, -qualität und -konsistenz. Gleichzeitig wurde deutlich, dass Standards, Schnittstellen und klare Datenkonzepte entscheidend sind, um Daten in robuste Entscheidungsgrundlagen zu überführen. Digitalisierung wurde dabei sehr unterschiedlich verstanden: vom Ersatz papierbasierter Prozesse bis hin zu Digital-Twin-Ansätzen. Der gemeinsame Nenner: Mehrwert entsteht erst dann, wenn Daten im Betrieb messbaren Nutzen liefern.
Der Fokus lag hier klar auf der praktischen Umsetzung. Innovative Technologien benötigen Demonstratoren, um ihre industrielle Tauglichkeit zu zeigen. Diskutiert wurden unter anderem Flexibilitätsanwendungen in der Elektrifizierung industrieller Trocknungsprozesse, thermische Speicher, Messsysteme sowie die Vermarktung von Flexibilität auf Strom- und Flexibilitätsmärkten. Besonders positiv: Es konnten konkrete Anknüpfungspunkte für zwei Pilotprojekte identifiziert und entsprechende Follow-ups vereinbart werden.
Der NEFI Technology Talk machte deutlich, dass die industrielle Transformation nur im Zusammenspiel von Technologie, Wirtschaftlichkeit und Kooperation gelingen kann. Flexibilität und Digitalisierung sind dabei nicht nur technische Konzepte, sondern strategische Erfolgsfaktoren. NEFI bietet hierfür eine zentrale Plattform und lädt weiterhin dazu ein, die Industrie von morgen aktiv und gemeinsam zu gestalten.