Suche

greenPLAST-food

© LIT Factory

Trotz ihres hohen Anteils an Lebensmittelverpackungen werden Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) bisher kaum zu hochwertigen Rezyklaten für Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) verarbeitet. Derzeit zugelassene Recyclingverfahren konzentrieren sich fast ausschließlich auf PET, während PP und PE meist downgecycelt werden. Dies verhindert einen echten Materialkreislauf und steht den Zielen der EU-Kreislaufwirtschaft entgegen. Fehlende Dekontaminationsverfahren, mangelnde Materialqualität und hohe Energieanforderungen erschweren das Recycling dieser Polyolefine. greenPLAST-food setzt genau hier an: Mit innovativen Technologien sollen sichere, effiziente Lösungen für das Recycling von PP und PE in FCM entwickelt und bestehende Lücken geschlossen werden.

„Dieses Projekt zielt darauf ab, neuartige Lösungen für hochwertige Polyolefin-Rezyklate mit Lebensmittelkontaktzulassung zu entwickeln. Die angestrebten Ergebnisse stärken nicht nur die technologische Kompetenz, sondern auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie.“

Jörg Fischer
Projektleiter greenPLAST,
LIT Factory, Johannes Kepler Universität Linz

Der Projektverlauf von greenPLAST-food ist in neun aufeinander abgestimmte Arbeitspakete (WPs) gegliedert, die gemeinsam einen skalierbaren, energieeffizienten Recyclingprozess für Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) Verpackungsabfälle entwickeln. Ziel ist die Herstellung von hochwertigen Rezyklaten, die den strengen gesetzlichen Anforderungen für Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) entsprechen.

Zu Beginn optimieren WP2 und WP3 bestehende Recyclingverfahren für PP- und PE-Abfälle mit Fokus auf Dekontaminationsleistung und Materialqualität. WP4 entwickelt ein KI-gestütztes Sortiersystem, das die Reinheit des Eingangsmaterials erhöht und damit die Grundlage für hochwertige Rezyklate schafft. WP5 konzentriert sich auf die Energieeffizienz der Prozessschritte – etwa durch Wärmerückgewinnung und Einsatz erneuerbarer Energiequellen. WP6 validiert die Lebensmittelsicherheit der Rezyklate anhand regulatorischer Vorgaben.

Herzstück des Projekts ist WP7, das eine Blaupause für eine nachhaltige Recyclingfabrik erstellt. Diese „grüne Fabrik“ folgt dem Safe and Sustainable by Design (SSbD)-Ansatz, unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Nachhaltigkeitskriterien. WP8 und WP9 stellen die Kommunikation der Ergebnisse, Wirkungskontrolle und Einbindung relevanter Akteure sicher.

Meilensteine

  1. Polypropylen-Recycling für Lebensmittelkontaktmaterialien
  2. Polypropylen-Recycling für Lebensmittelkontaktmaterialien
  3. Sortierung nach Lebensmittelverpackungen
  4. Energieeffiziente Schritte im Recyclingprozess
  5. Lebensmittelkontaktmaterialien
  6. Grüne Recyclingfabrik basierend auf einem SSbD-orientierten Prozessdesign

Im Projekt greenPLAST-food werden mehrere zentrale Ergebnisse angestrebt, um das Recycling von Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) für Lebensmittelkontaktmaterialien (FCM) grundlegend zu verbessern. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von hochwertigen, lebensmittelsicheren Rezyklaten, die den EU-Regularien (u. a. Verordnungen 1935/2004, 10/2011 und 2022/1616) entsprechen. Dazu wird ein umfassender Recyclingprozess konzipiert, der von der KI-gestützten Sortierung über energieoptimierte Wasch- und Dekontaminationsschritte bis hin zur Wiederverwertung zu FCM reicht.

Ein zentrales Ergebnis ist die Erstellung einer übertragbaren Blaupause für eine grüne Recyclingfabrik, die am Standort Enns (Oberösterreich) als Pilot dienen und später europaweit skaliert werden kann. Die Prozessgestaltung erfolgt dabei nach dem Prinzip „Safe and Sustainable by Design (SSbD)“ und berücksichtigt Umwelt-, Sozial- und Sicherheitsaspekte umfassend.

Darüber hinaus wird erwartet, dass das Projekt konkrete Beiträge zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, zur Förderung der Kreislaufwirtschaft sowie zur Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Recyclingsystems leistet. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Wissensverbreitung sollen auch Akzeptanz und Bewusstsein für hochwertige Recyclinglösungen in der Gesellschaft erhöht werden.

Zur Übersicht