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DSM_OPT

Foto © Getty/1256457568

Die österreichische Industrie ist für etwa 1/3 des gesamten Endenergieverbrauchs verantwortlich. Sie und der Energiesektor verursachen etwa 45 % der CO₂-Emissionen. Energieeffizienz und eine Reduzierung der CO₂-Emissionen sind daher entscheidend, um die Ziele der COP21 in Paris zu erreichen.

Mithilfe von Demand Side Management (DSM) als Flexibilitätsoption können erneuerbare Energien besser in bestehende Prozesse eingegliedert und die Energieinfrastruktur (z.B. Stromnetz) durch optimale Planung von Erzeugung und Verbrauch entlastet werden. Dadurch werden notwendige Speicherkapazitäten reduziert und die Effizienz des Gesamtsystems steigt. Um das zu ermöglichen, wird eine DSS (Decision Support System) Toolbox entwickelt, die die Anwendung verschiedener DSM-Programme umfasst. Dazu zählen die Energieeffizienz, zeitabhängige Tarife (Time Of Use) und die Einbindung von Märkten (Market Demand Response).

Je nach Prozessdesign und Kundenanforderungen werden die Problemstellungen mit unterschiedlichen Optimierungsmethoden gelöst. Für einfachere Prozesslayouts und manuelle, interaktive Produktionsplanungen eignen sich z.B. What-If-Tools, die vor allem die Bereiche Energieeffizienz und zeitabhängige Tarife (TOU) abdecken. Bei komplexen Anlagen und Märkten werden Optimierungsmethoden eingesetzt, die automatische Prozessplanungen unterstützen. Damit geht das Projekt einen Schritt weiter in der Digitalisierung der Energiesysteme.

Die Praktikabilität und Benutzerfreundlichkeit der entwickelten Toolbox werden im Rahmen von zwei Case Studies getestet – in der Stahl- und Walzwerk Marienhütte GmbH und der Albin Sorger „zum Weinrebenbäcker“ GmbH.

„Zukünftig wird in der Industrie die Prozessenergie flexibel und effizienter genutzt werden. Für die optimierte Planung bedarf es spezieller Strategien, die wir im Projekt DSM_OPT entwickeln.“

Thomas Kienberger
Projektleiter DSM_OPT,
Leiter des Lehrstuhls für Energieverbundtechnik, Montanuniversität Leoben

Meilensteine

  1. Projektmanagement (EVT): zeitlich und wirtschaftlich erfolgreiches Management des Projekts inkl. Berichtslegung
  2. Technologieentwicklung (AEE Intec/EVT/ENEXSA/Marienhütte/Sorger): Finalisierung des Optimierungsframeworks und der Methoden zur Prognoseerstellung
  3. Vorbereitung des Industriestandorts Stahl- und Walzwerk Marienhütte (ENEXSA/EVT/Marienhütte): Digitalisierung des Standorts, Datenaufbereitung und Modellbildung
  4. Implementierung der DSM-Anwendungen im Stahl- und Walzwerk Marienhütte (ENEXSA/EVT/Marienhütte): What-If-Tool, Optimierungsmodell, Evaluierung zukünftiger Konzepte
  5. Vorbereitung des Industriestandorts Sorger GmbH (AEE Intec/Sorger): Digitalisierung des Standorts, Datenaufbereitung und Modellbildung
  6. Implementierung der DSM-Anwendungen im Produktionswerk der Sorger GmbH (AEE Intec/Sorger): optimierte Betriebsplanung, Evaluierung zukünftiger Konzepte
  7. Know How-Transfer (ENEXSA/EVT): Technologiefolgeabschätzung, Bewertung von möglichen zukünftigen Anwendungsfällen
  8. Veröffentlichungen und Dissemination (AEE Intec/ENEXSA/EVT): wissenschaftliche Artikel, Konferenzbeiträge, Workshops, Claims & IPR
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Trotz vielfacher Förderung und Thematisierung des Themas, ist der Anteil von Frauen in technischen Berufen nach wie vor gering. Der NEFI-Innovationsverbund holt daher am internationalen Frauentag erfolgreiche Technikerinnen vor den Vorhang, die NEFI-Projekte leiten und/oder mit ihrem Know-how und Engagement die Dekarbonisierung der Industrie vorantreiben.

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Projektleiter
Thomas Kienberger
Leitung Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
Montanuniversität Leoben
thomas.kienberger@unileoben.ac.at
Ansprechpersonen
Vanessa Zawodnik
Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
Montanuniversität Leoben
Vanessa.Zawodnik@unileoben.ac.at
Eckdaten
Laufzeit:
01/21 – 12/23
Projektvolumen:
€ 1.698.116
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