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TCP_to_Industry

Foto © Getty/157645470

„Die exergetisch und energietechnisch optimale Integration einer Aufbereitungsanlage zur Gewinnung von Sekundärrostoffen aus Abfallströmen stellt eine innovative Lösung zur Reduktion des Abfallstromes direkt beim Industrieprozess dar. Zudem kann das in der Anlage entstehende Pyrolysegas im Industrieprozess zur Substitution von fossilen Energieträgern beitragen und so die Primärenergieeffizienz erhöhen.“

Thomas Kienberger
Projektleiter TCP_to_Industry,
Lehrstuhl für Energieverbundtechnik,
Montanuniversität Leoben

Die Aufbereitung von Sekundärrohstoffen wird heute in der Regel durch aufwendige mechanische Verfahren realisiert, welche meist energieintensiv sind und sich, abhängig von der Abfallfraktion, wirtschaftlich oft nur schwer abbilden lassen. Zur Lösung dieses Problems hält die Firma seccon GmbH ein neuartiges Patent, welches auf Basis eines thermo-chemischen Prozesses die Aufbereitung von Sekundärrohstoffen durch den Einsatz industrieller Abwärme beschreibt. Durch den thermischen Energieeintrag werden organische Verunreinigungen des Inputmaterials von den rückzugewinnenden mineralischen oder metallischen Sekundärrohstoffen durch Verbrennung oder Pyrolyse entsprechend der vorherrschenden Sauerstoffkonzentration abgeschieden. Zusätzlich kann das entstehende Pyrolysegas in die industrielle Anlage rückgeführt werden und so zur Substitution von fossilen Energieträgern beitragen. Folglich ermöglicht der Einsatz dieses neuartigen Prozesses eine deutliche Erhöhung der industriellen Primärenergieeffizienz.

Im Rahmen des Projekts Thermal Cracking Process for Energy Recovery to Industry (TCP_to_Industry) wird an einem thermo-chemischen Prozess zur Aufbereitung von Sekundärrohstoffen durch den Einsatz industrieller Abwärme geforscht. So sollen einerseits anfallende Reststoffmengen reduziert und andererseits fossile Energieträger durch die Rückführung des entstehenden Pyrolysegases substituiert werden.

Zunächst wird ein Small-Scale Demonstrator untersucht, verbessert und in einen bestehenden Industrieprozess integriert. Gleichzeitig werden durch den Einsatz neuartiger Energiemodelle energie- und exergieoptimierte Integrationskonzepte (z.B. Versorgung mit Abwärme, Nutzung des Pyrolysegases) erarbeitet. Neben dem Ziel der erfolgreichen Integration soll die Möglichkeit der Gewinnung von Wertstoffen aus Abfallströmen sowie die Nutzung des entstehenden Pyrolysegases zur Substitution fossiler Energieträger aufgezeigt werden. Im Anschluss wird auf Basis dieser Erfahrungen ein Integrationskonzept für einen Large-Scale Demonstrator entwickelt, welches im Rahmen eines KPC Projektes umgesetzt wird. Begleitend dazu werden systemische Nebeneffekte dieser Technologie wie die Reduktion von Primärenergie, Transport und Emissionen sowie wirtschaftliche Aspekte untersucht.

Meilensteine

  1. Datenerfassung und -aufbereitung ist abgeschlossen
  2. Charakterisierung der Input- und Output-Wertstofffraktion ist abgeschlossen
  3. Exergetisches Integrationskonzept des Small-Scale-Demonstrators (SSD) in die Industrieanlage ist erstellt
  4. Technisches Integrationskonzept einschließlich aller rechtlichen Aspekte des SSD in eine Industrieanlage ist abgeschlossen
  5. Betrieb des SSDs in einer Industrieanlage und Messungen sind abgeschlossen
  6. Auswertung und Verbesserung der Energiemodelle ist abgeschlossen
  7. Integrationskonzept für den großtechnischen Demonstrator (KPC-Projekt)
  8. Quantifizierung der Multiplikatoreffekte sowie techno-ökonomische Untersuchungen und Extrapolation auf den gesamtwirtschaftlichen Effekt in Österreich sind abgeschlossen
News

Rückblick: Industrie Energieeffizienz Konferenz

Die Industrie Energieeffizienz Konferenz am 7. April zeigte einmal mehr: Die industrielle Energiewende ist entscheidend, sowohl für die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie als auch für den Fortschritt bei der Energiewende insgesamt. Die Konferenz des OÖ Energiesparverbandes war Teil der jährlichen internationalen Tagung World Sustainable Energy Days, die 2022 als Hybrid-Veranstaltung mit über 650 TeilnehmerInnen aus 55 Ländern, 430 davon vor Ort in Wels, durchgeführt wurde.

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TCP_to_Industry – Drehrohrofen eingebaut

Das NEFI Projekt TCP_to_Industry (Thermal Cracking Process for Energy Recovery to Industry) erarbeitet ein exergetisches Integrationskonzept für einen „small-scale demonstrator (SSD)“ zur Aufbereitung von Sekundärrohstoffen durch den Einsatz industrieller Abwärme.

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Projektleiter
Thomas Kienberger
Leitung Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
Montanuniversität Leoben
thomas.kienberger@unileoben.ac.at
Ansprechpersonen
Julia Vopava
Lehrstuhl für Energieverbundtechnik
Montanuniversität Leoben
Julia.Vopava@unileoben.ac.at
Eckdaten
Laufzeit:
02/21 – 01/24
Projektvolumen:
€ 550.931
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