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Future Heat Highway

Foto © getty/119744231

Ab 2050 muss die gesamte Wärme in Fernwärmenetzen aus Erneuerbaren oder Abwärme stammen (Energieeffizienzrichtlinie Art. 26). Fernwärme bietet eine hervorragende Möglichkeit, industrielle Abwärme sowie weitere Niedertemperatur-Wärmequellen effizient zu nutzen. Überregionale Fernwärmenetze spielen hierbei eine zentrale Rolle, indem sie diese Wärme aufnehmen und großflächig verteilen können. Das Projekt fokussiert daher auf den Ausbau derartiger Fernwärme-Transportleitungen, die auch zukünftig vorhandene Abwärme der Industrie einbinden, und damit klimaneutrale Wärme effizient bereitstellen. Im Rahmen von Future Heat Highway werden überregionale Fernwärmenetze untersucht, die eine Vielzahl von Akteur*innen einbinden und Komponenten miteinander verknüpfen: (I) industrielle Abwärme und andere nachhaltige Quellen, (II) bestehende und zukünftige Fernwärmenetze, (III) industrielle Prozesswärmesenken sowie (IV) Wärmespeicher.

Aufbauend auf dem Vorprojekt Heat Highway wird der nächste Schritt gegangen und eine Umsetzung der Heat Highway-Technologie und die Nutzung der zukünftig verfügbaren Abwärmen in Österreichs Industrieregionen forciert. Untersucht wird u.a. die Integration der zur Verfügung stehenden industriellen Abwärme, da insb. im Stahl- und Chemie-Sektor bereits kurz- und mittelfristig große technologische Umstellungen erfolgen bzw. geplant sind (EAF, Elektrolyse). Weitere Punkte umfassen die kaskadierte Biomassenutzung der Papierindustrie, die Netzeinbindung großer (saisonaler) Speicherstrukturen oder die Integration von Industrien als Prosumer (die zu gewissen Zeiten Abwärme ins Netz einspeisen und in anderen entnehmen). Die Speicher- und Transporteigenschaften des Heat Highways ermöglichen zudem neuartige Geschäftsmodelle, die über Technologien wie z.B. Wärmepumpen günstigen Strom nutzen und zu späteren Zeitpunkten in Form von Fernwärme zur Verfügung stellen. In Bezug auf die obigen Punkte werden technische Anforderungen analysiert, Tools zur Evaluierung der techno-ökonomischen Machbarkeit entwickelt und auf die spezifischen Analyseanforderungen angepasst, insb. in Bezug auf ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen erneuerbaren Alternativen.

„Wenn ausschließlich nichtfossile Ressourcen genutzt werden, ist eine hohe (gesamtheitliche) Energieeffizienz umso wichtiger. Die Nutzung von Abwärme und deren Verteilung ersetzt anderweitigen Energieeinsatz und liefert damit dafür einen großen Beitrag.“

Simon Moser
Projektleiter Future Heat Highway,
Energieinstitut an der Johannes Kepler Universität Linz,

Projektverlauf

Das Projekt entwickelt Roll-out Pläne für vier Regionen, mit jeweils spezifischen Schwerpunkten: Im oö. Zentralraum um Linz liegt der Fokus auf dem Aufbau der EAF-Stahlproduktion und der Wasserstoff-Elektrolyse im Chemiesektor. In der Steiermark steht die Verbindung der großen Abwärmequellen im Mur- und Mürztal mit dem Ballungsraum Graz im Vordergrund. In diesem Kontext wird die Versorgung in Verbindung mit (saisonalen) Speichern untersucht, ebenso das zukünftige Abwärmepotenzial der Zementindustrie, Industry-to-Industry Geschäftsmodelle sowie das Prosumer-Konzept in der Papierindustrie. In den Regionen Salzkammergut und St. Pölten wird das Konzept einer regionalen Fernwärmeverbindung betrachtet, um Abwärme von biomassebasierten Industrien und Elektrolyse-Anlagen in das Energiesystem zu integrieren, welche die Nutzung von Wärme aus thermischer Reststoffverwertung und Geothermie ergänzen.

Die Dissemination wird stakeholderorientiert auf verschiedenen Zugangsebenen durchgeführt. Sie reicht von wissenschaftlichen Veröffentlichungen über internationale Verbreitung in Zusammenarbeit mit dem europäischen Verband Euroheat & Power, bis zur Einbindung lokaler Stakeholder und leicht verständlicher Information für Nicht-Expert*innen im Ars Electronica „Museum der Zukunft“.

Das Hauptziel von Future Heat Highway ist es, die Pionierregionen zu Umsetzungen der vielversprechendsten Potenziale zu begleiten.
Meilensteine

Meilensteine

  1. Fundamental analyses: Recherche/Berechnung der grundlegenden Ausgangsdaten
  2. Simulation tools and strategies: Programmierung von Simulationsmodellen und Optimierung, Ableitung von Algorithmen und Strategien
  3. Technical integration and control strategies: Integration verschiedener Technologien in das übergeordnete SR-DHN mit hydraulischen Integrations- und Steuerungsstrategien
  4. Heat Highway Region Linz: Analyse des Zukunftspotenzials und Veränderungsbedarfs
  5. Heat Highway Steiermark: Analyse des Zukunftspotenzials und Veränderungsbedarfs
  6. Heat Highway Salzkammergut: Analyse des Zukunftspotenzials und Veränderungsbedarfs
  7. Heat Highway Region St. Pölten: Analyse des Zukunftspotenzials und Veränderungsbedarfs
News

Projekt Heat Highway: Erfolge im überregionalen Wärmetransport zur Dekarbonisierung

09. Februar 2026

Das Projekt Heat Highway, das zwischen März 2021 und August 2024 durchgeführt wurde, hat bedeutende Meilensteine bei der Weiterentwicklung der Nutzung industrieller Abwärme für Fernwärmesysteme erreicht und stellt damit einen zentralen Schritt auf dem Weg Österreichs zu einer resilienten und effizienten Energiezukunft dar. Das vom Klima- und Energiefonds sowie dem Land Oberösterreich kofinanzierte und von der FFG abgewickelte Projekt vereinte 17 Projektpartner, um innovative Lösungen für überregionale Fernwärmenetze (SRDHN) zu entwickeln.

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