GMUNDEN HIGH TEMPERATURE HEAT LINK R&D

Ansicht von Fabrik von oben
Foto © Rohrdorfer Zement

Das Zementwerk Gmunden hat ein Abwärme-Potential von ca. 10 MW-th bei 400°C. Im Projekt werden Konzepte und Technologien entwickelt und analysiert, mit denen eine möglichst große CO2-Reduktion erzielt werden kann. Die Abwärme aus dem Industriebetrieb soll auf hohem Temperaturniveau über eine 1,5 Kilometer lange Wärmetransportleitung zu Großabnehmern im Stadtgebiet von Gmunden geleitet werden.

Für die Hochtemperatur-Wärme-Auskopplung aus Zement-Abgas werden sowohl Schmutzgas- als auch Heißgas-Filtration in Kombination mit einem Reingas-Wärmetauscher analysiert. Die ganzjährige Wärmeversorgung ist eine Herausforderung, da Industriebetriebe geplante und ungeplante Produktionsschwankungen haben, die es durch Speicher wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu überbrücken gilt.

Zur Maximierung der CO2-Einsparung werden Konzepte mit Wärmespeichern unterschiedlichen Typs und unterschiedlicher Größe (von 4 MWh bis 5500MWh) evaluiert. Die Speichertechnologie für den Langzeitspeicher wird im Projekt entwickelt. Zusätzlich wird versucht, möglichst viele industrielle Abnehmer in das Konzept einzubinden.

Die Abwärme wird auf Basis der Analysen des Projekts in Form von Dampf über eine Distanz von 1,5 Kilometern, auch über nichtbetrieblichen Grund, zu möglichen industriellen Abnehmern transportiert – dies stellt ebenfalls ein Novum dar. Mit dieser Herangehensweise wird aufgrund der hohen Temperaturen technisch und rechtlich Neuland betreten.

Da sich der Standort in einem Fremdenverkehrsgebiet nahe einem See befindet, müssen höchstmögliche Umwelt- und Sicherheitsstandards erreicht werden. In den nicht-technischen Betrachtungen werden die Themen der Partizipation und der regionalen Wertschöpfung eruiert.

Das Projekt in Gmunden beinhaltet mehrere Innovationen, die in der Kopplung eine echte Neuheit darstellen und ein hohes Replikationspotential für andere Standorte ergeben. Die Implementierung keramischer Heißgas-Filter erlaubt erstmals eine hoch-effiziente Wärme-Auskopplung aus Zement-Abgas und eröffnet damit vielseitige Optionen für kostengünstige Wärmespeicherkonzepte und nachfolgende Wärme-Nutzung.”

 

Markus Haider

Projektleiter Gmunden High Temperature Heat Link,

Leiter Institut für Energietechnik und Thermodynamik, TU Wien

Ziele

  • Keramische Heißgas-Filtrierung des Zementofen-Abgases
  • Implementierung einer Wärmeauskopplung mit Rippenrohrwärmetauschern und innovativen Fluiden.
  • Kosteneffiziente Wärmespeicherung
  • Hochtemperatur-Fernwärmetransport bei Temperaturen von über 200°C über 1,5km öffentliches Land.

Hauptziel des Projektes ist, die genannten technologischen Ansätze auszuarbeiten sowie technisch, wirtschaftlich und hinsichtlich gesellschaftlicher Akzeptanz zu evaluieren. Es sollen die Grundlagen für ein für das Jahr 2021 geplantes Investitionsprojekt geschaffen werden

Projektleitung

TU Wien – Institut für Energietechnik
und Thermodynamik

Ansprechperson

Markus Haider

Projektleiter Gmunden High Temperature Heat Link

markus.haider@tuwien.ac.at

TU Wien – Institut für Energietechnik
und Thermodynamik

Kontakt

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